Kategorie: | 1. September 2026

Wir brauchen robustere Infrastruktur!

Wir brauchen robustere Infrastruktur!

Wer derzeit erlebt, welche Auswirkungen die Sperrung der Nordbrücke in Bonn hat, ahnt schnell: Wir stehen im Bereich unserer Infrastruktur vor großen Herausforderungen. Das Muster ist dabei immer wieder ähnlich.

Nach dem Neubau einer Infrastruktur wird häufig über Jahre hinweg zu wenig in Unterhaltung investiert. Wenn dann endlich mit der Unterhaltung begonnen wird, ist der Zeitpunkt für eine echte Instandsetzung oft bereits verpasst. Stattdessen landet man schnell auf dem Niveau reiner Reparaturen: Maßnahmen, die die Funktion vielleicht noch für etwa acht bis zehn Jahre aufrechterhalten.

Danach kommt jemand auf die vermeintlich clevere Idee, auf das „Pflaster“ noch ein weiteres „Reparaturpflaster“ zu kleben. Und irgendwann stehen wir genau an dem Punkt, an dem Bonn jetzt mit der Nordbrücke steht: Niemand möchte mehr für die Tragfähigkeit der Brücke unterschreiben.

Für das nördliche Rheinland-Pfalz wäre beispielsweise der Ausfall der Bendorfer Brücke über die A 48 oder der Winninger Brücke der A 61 ein ähnlich schwerer Schlag.

Der Satz „Zukunftsfähige Infrastruktur ist keine Selbstverständlichkeit!“ wird in solchen Momenten sofort verstanden.

Infrastruktur reagiert oft träge. Sie fällt nicht von heute auf morgen komplett aus und lässt sich häufig noch reparieren — aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Danach ist eine grundlegende Erneuerung notwendig.

In Zeiten kurzfristigen Denkens, oft nur bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode, verpassen wir immer häufiger den richtigen Zeitpunkt für Instandsetzung oder Erneuerung.

Und am Ende muss Bonn nun den Schaden tragen — einen Schaden, der volkswirtschaftlich vermutlich deutlich größer ist als ein rechtzeitig geplanter Neubau oder eine konsequente Erneuerung.

Wo werden solche volkswirtschaftlichen Berechnungen eigentlich angestellt? Warum handeln wir bei diesen eigentlich einfachen Zusammenhängen nicht robuster? Warum findet sich so selten jemand, der sich verantwortlich fühlt und Verantwortung übernimmt?

Warum nutzen wir nicht konsequenter die Erfahrungen aus der Ahrtalflut, etwa mit Blick auf die B 9-Brücke, oder die Erkenntnisse aus dem GENUA-Muster?

Wann werden wir endlich klarer, vorausschauender und robuster?

 

Ihr und euer
Markus Becker

Foto: KlausMJan / stock.adobe.com

 


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