Kategorie: | 1. Februar 2026

Macher nach vorne!

Macher nach vorne!

So, 2026 hat begonnen. Das Infrastrukturpaket der Bundesregierung ist da, Fördertöpfe wurden im letzten Jahr nicht ausgeschöpft, Fachkräfte fehlen natürlich immer noch, neue Aufgaben ohne Ende, neue Organisationen wie die inframeta eG wurden gegründet, die Ahrtalbahn fährt wieder, das Infrastrukturzentrum ist auch fertig – und jetzt?

Jetzt gehen wir vor die Baggerschaufel – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Nicht abwarten, bis der erste Bagger im Boden steckt und wir wieder überrascht feststellen, was alles nicht bedacht wurde. Sondern vorher gemeinsam denken, planen, vereinfachen und dann konsequent umsetzen. Jede Baggerschaufel soll in Zukunft auf besseres Wissen treffen, nicht auf dieselben Fehler wie gestern.

Mit Vollgas nach vorne, mutig Projekte entwickeln und konsequent auf Umsetzung fokussieren! Nicht endlos darüber reden, nicht zum dritten Mal prüfen, nicht erst mal jahrelang wissenschaftlich untersuchen – nein:  Machen. Lernen. Bessermachen.

Wir haben die Muster. Wir haben die Erfahrungen. Wir brauchen den Willen, sie zu nutzen.

- Was waren die Erfolgsfaktoren des Ahrtalbahn-Projekts?
Befreiung von lähmenden planungsrechtlichen Routinen, klare Verantwortung, kurze Wege, gemeinsames Zielbild. Wo können wir das noch anwenden? Bei Brücken, bei weiteren zentralen Ingenieurbauwerken, bei kritischer Wasser- und Energieinfrastruktur?

- Wo können wir mehr automatisieren und professionalisieren?
Zum Beispiel bei der Koblenzer Straße in Bingen: Dort stellen wir das komplette Bürgerinformationsmanagement neu auf – digital, transparent, verständlich – und wenden es dann konsequent in allen geeigneten Projekten an. Die Baggerschaufel vor Ort wird damit zum sichtbaren Ende einer langen, gut vorbereiteten Kette.

- Wie können wir Großprojekte im Wasserleitungsbau noch effektiver steuern und umsetzen?
Durch klare Workflows auf der Kundenplattform, verbindliche Routinen, regelmäßige kurze Abstimmungsrituale statt seltener großer „Kirmes“-Runden. Weniger Schuldfragen, mehr Lösungsfokus.

- Wie können wir mehr Erdmassen im Ahrtal halten und nicht durch die Gegend fahren?
Durch klug geplante Zwischenlager, abgestimmt mit allen Akteuren. Die Baggerschaufel hebt dann nicht nur Boden aus, sie setzt auch ein Zeichen für Ressourcenschonung und Klimaschutz. Also: Wann treffen wir uns mit allen Beteiligten, um genau diese Umsetzung zu verabreden?

Die gute Nachricht:

Die Zukunft ist offen – und sie ist gestaltbar. Wir haben die Technik, wir haben die Fördermittel, wir haben die Erfahrungen aus dem Ahrtal, wir haben neue Organisationen wie die inframeta eG und das Infrastrukturzentrum. Was wir brauchen, sind Macherinnen und Macher, die:
- vor die Baggerschaufel gehen,
- das Wissen ins Infrastrukturgedächtnis bringen,
- Entscheidungen treffen,
- Verantwortung übernehmen,
- und andere mitziehen.

Call to Action – ganz konkret:
1. Sucht euch ein Projekt, bei dem ihr 2026 bewusst in den Umsetzungsmodus geht: weniger Rechtfertigung, mehr Gestaltung.

2. Vereinbart einen Termin mit allen relevanten Akteuren (z. B. Erdmassen/Zwischenlager im Ahrtal) und kommt mit einem klaren Vorschlag, nicht nur mit Fragen.

3. Legt für euer nächstes Projekt einen Eintrag an: Was wollen wir lernen? Was müssen wir dokumentieren? Wer ist verantwortlich?

4. Fragt euch bei jeder Baggerschaufel: „Was müssen die Nächsten aus dieser Baustelle lernen?“ – und sorgt dafür, dass es dokumentiert wird.

Es geht. Wir können mehr umsetzen. Schluss mit Jammern. Machen.

Ihr und euer
Markus Becker

Foto: adobe stock_Thomas Reimer

 


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