Spartenübergreifend denken

Infrastruktur ist in den letzten 40 Jahren oft von einem niedrigen Qualitätsniveau hoch weiterentwickelt worden.

 

Die Generation der heutigen Pensionäre hat häufig zum Beispiel Wasser- oder Abwassernetze aufgebaut oder Straßen und Brücken ausgebaut.

 

Hierbei war die Spezialisierung auf eine Sparte ein Erfolgsfaktor.

 

In jeder Sparte der Infrastruktur haben sich Interessenverbände gegründet, die diesen Fortschritt durch Regelwerke und Qualitätsmanagement gesichert und fortgeschrieben haben und dies auch weiter tun.

 

Sicherlich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Auch wurde das Regelwerk nach den Themen der qualitätsvollen erstmaligen Herstellung von Infrastruktur hin zu Instandsetzungen und Reparaturen geschaffen.

 

Hier ist aber eine wesentlich geringere Anwendung in der Praxis zu beobachten.

 

Anscheinend ist die Zahl der neuen Fachthemen schneller gewachsen als die Einführung gesicherter Unterhaltungsprozesse.

 

Infrastruktur ist träge und hat automatisch eine gewisse Reserve in sich integriert. Das heißt, eine Infrastruktur verzeiht es oft, wenn nicht im ersten Jahr des Bedarfs reagiert wird, sondern in den Folgejahren.

Irgendwann ist aber jede Reserve aufgebraucht. Dann ist der Vermögensverfall enorm.

 

Das Verantworten in Sparten führt dann dazu, dass der wirtschaftlichste Eingriffspunkt schnell verpasst ist.

 

Während der eine Netzeigentümer dringend unterhalten muss, ist beim anderen der Bedarf mittelfristig anzusetzen.

 

Das führt zu langwierigen Abstimmungsprozessen, um eine gesamtwirtschaftliche Lösung zu finden.

 

Hier hindert das Denken in Sparten eher: Niemand möchte sogenannte „Buchverluste” durch nicht abgeschriebene Anlagengüter erzeugen.

Der Kardinalbeweis für schlechte Bewirtschaftung.

 

Dabei geht es oft nicht anders. Wir müssen in der Organisation wachsen, Anlagenbuchhaltungsthemen weiterentwickeln und spartenübergreifend denken!

 

Einige gute Ansätze sind zu beobachten. Techniker und Kaufleute müssen hier auch die Buchführung so ergänzen, dass das gesamtvolkswirtschaftliche Vermögen vermehrt wird.

 

Spartenübergreifend denken ist der nächste Schritt, um für zukunftsfähige Infrastruktur zu sorgen!

 

Ihr
Markus Becker