Thema Starkregen: Umgang – Kommunikation – Maßnahmen




Wir stehen wieder vor den Monaten Mai/Juni/Juli – ab jetzt muss wieder mit „Starkregen“ gerechnet werden.

 

Neben den Anliegern von Rhein, Mosel oder Ahr, die das Thema über die bekannten Hochwasserereignissen kennen, sind die Anlieger im ländlichen Raum in letzter Zeit stärker betroffen.

 

Bei kleinen Bächen oder wasserführenden Gräben (den sogenannten Gewässern 3. Ordnung) mit sehr kleinen Einzugsflächen (oft kleiner als 10 km²) kommt es bei starken Niederschlagsereignissen zu enormen wirtschaftlichen Schäden. Dies auch, weil hier keine Erfahrung mit solchen Ereignissen mehr besteht, oder das Wissen über die Entwässerung der Außengebiete über die Jahre immer wieder verloren geht.

 

Aus unseren Projekten und Schulungen möchte ich einige Erkenntnisse weitergeben, die hilfreich sein können:

1.

Maßgebliche Akteure und Betroffene müssen sich kennen und kontinuierlich austauschen (Anlieger, Gemeindevertreter, Abwasserwerke, Gewässer­verantwortliche, Landschafts- und Landwirtschaftsvertreter, Straßen- und Tiefbauer, bis hin zu Verantwortlichen der Bauleitplanung). Sinnvoll ist ein jährlicher Austausch, den es zu organisieren gilt.

 

2.

Jeder der Akteure muss seine Verantwortung übernehmen. Falsche Zuordnung von Wasserströmen (z. B. Außengebietswasser in den Abwasserkanal), auch wenn sie bisher unschädlich waren, führen mittelfristig immer zu Problemen.

 

3.

Wissen von Starkregenereignissen gut dokumentieren!

Motivieren Sie Anlieger dazu, Videos mit der Kamera oder dem Handy zu erstellen. Dokumentieren Sie zuerst sorgfältig das eingetretene Ereignis – die beste Grundlage für eine gute Analyse!

4.

Erarbeiten Sie auf dieser Basis ein VORSORGEKONZEPT!

 

Ermitteln Sie sinnvolle Maßnahmen; auch wenn sie aus Finanzierungsgründen nicht direkt umgesetzt werden können.

 

5.

Bilden Sie lokale Experten aus, die in interkommunaler Zusammenarbeit einen wertvollen Erfahrungsaustausch leisten können.

Die Einzugsgebiete der Gewässer richten sich nicht nach den Gemarkungsgrenzen.

 

6.

Prüfen Sie, ob Sie Ihre lokale Feuerwehr unterstützen können. Im ländlichen Raum sind diese oft nicht ausreichend für solche Ereignisse ausgestattet (Sandsacklager, Bagger und LKWs können auch über ansässige Firmen zur Verfügung gestellt werden; das kann vorbereitet werden).

7.

Nutzen Sie Angebote aus dem Internet zu diesen Themen:

Bürgerinformation, YouTube Filme; KATWARN oder http://www.hochwasserpass.de

 

8.

Machen Sie sich den Grundsatz bewusst: „Vorsorge für Starkregenereignisse ist eine Generationenaufgabe!“ Kommunizieren Sie dies immer auch nach außen!

Die Fortschreibung der Vorsorgekonzepte ist ein kontinuierlich notwendiger Prozess.

Nur eine bewusste und offen kommunizierte Steuerung als Gesamtprojekt STARKREGEN ist für die Kommune der volkswirtschaftlich beste Weg.

 

Ich hoffe, Sie finden hier einige neue Ideen.

 

Weitere Links:

www.ibh.rlp.de

 

 

Ihr

Markus Becker