HOAI-Workshop 2015




Der diesjährige HOAI-Workshop gliederte sich in zwei Teile.

 

Während im Vortragsteil die rechtlichen Grundlagen und insbesondere die Verän-
derungen der Rechtsprechung thematisiert wurden, konnten die Teilnehmer im Praxisteil anhand von Beispielen in die Rolle von Auftraggeber, Auftragnehmer und Rechnungsprüfer schlüpfen.

 

Als Referent stand Herr Dipl.-Ing. Peter Kalte, Geschäftsführer der GHV – Gütestelle Honorar- und Vergaberecht e. V. den Teilnehmern Rede und Antwort.

 

Auf die verschiedenen Erfahrungsberichte der Teilnehmer gab Herr Kalte konkrete Hilfestellungen, so dass jeder seinen eigenen Nutzen für sein Tagesgeschäft mitnehmen konnte.

“Klarheit über die Leistungen – und auch über die entspre-
chende Vergütung – ist zwingend notwendig, um auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten und Infrastruktur-
projekte erfolgreich durch-
zuführen und zum Abschluss zu bringen”, so ein Teilnehmer.

 

  • Die geschuldete Leistung ergibt sich aus dem geschlossenen Vertrag – Ingenieurvertrag ist unentbehrlich.
  • Die HOAI regelt die zugehörige Vergütung.
  • Grundsätzlich sind – sofern vereinbart – die in den Leistungsbildern enthaltenen Grundleistungen auch zeitnah zu erbringen.
  • Honorarkürzungen sind dann zulässig, wenn erforderliche Leistungen nicht erbracht wurden. 

Eine Nachbesserungs-
möglichkeit ist zu gewähren.

 

  • Hilfestellung für Teilleistungsbewertung sind Berechnungswerke (z. B.
    Siemon-Tabelle, Simmendinger, etc.) – die Bewertung muss die Randbedingungen des Einzelfalls berücksichtigen.
  • Unzulässig sind Honorarkürzungen, wenn Leistungen nicht erforderlich sind (Beispiel: Einarbeitung Anmerkungen Genehmigungsbehörde in Planwerk – hier kommt es häufig vor, dass die Behörden keine Anmerkungen geben, die einzutragen sind).

Das allgemeine Leistungsstörungsrecht bzw. werkvertragliche Gewährleistungsrecht ist zu beachten.

Empfehlungen der Praktiker:

 

  • klare Vereinbarung, welche Leistungen wie zu erbringen sind
  • die vereinbarten Leistungen zum richtigen Zeitpunkt erbringen/
    erbringen lassen
  • erbrachte Leistungen zur weiteren Bearbeitung freigeben/
    freigeben lassen
    → Abnahme von Ingenieurleistungen durchführen
  • Mängel unmittelbar ansprechen und Nachbesserungen einfordern.