Starkregenvorsorge – Thema auch bei der Informationsveranstaltung Gewässerentwicklung Aktuell 2017

(Foto: Die Gehölze im Uferbereich des Gewässers außerhalb der Ortschaft dienen sowohl der Verringerung der Abflussgeschwindigkeit als auch zum Rückhalt des Treibguts.)

 

Wie können Starkregenvorsorge bzw. Hochwasserschutz am Gewässer aussehen?

Welche Maßnahmen sind sinnvoll oder in der Gewässerunterhaltungspraxis bereits erprobt?

 

Frank Hömme vom Planungsbüro Hömme GbR aus Pölich berichtete vom Einfluss einer Renaturierungsmaßnahme bei einem Starkregenereignis.

 

Am Feller Bach (VG Schweich) kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Überflutungen in der Ortslage Fell. Hier konnte im Juni 2016 ein 30-jähriges Hochwasserereignis im Anschluss an eine Periode mit hohen Niederschlägen durch

den Ort schadlos abgeleitet werden.

 

Bei Renaturierungsmaßnahmen wurden Flutmulden außerhalb der Ortschaft angelegt.

 

Vor der Ortslage konnten das Treibgut und Geschiebe durch einen Rechen in Form von Stahlbetonpfosten  zurückgehalten werden (Einbau bis zu einer Höhe von 40 cm über dem Hochwasserpegel) .

 

Als ebenso wichtig erwies sich die Vergrößerung der Brückendurchlässe auch unmittelbar im Ort selber.

 

Hier sorgte eine Kombination aus der Förderung von natürlichem

Rückhalt und technischen Maßnahmen für den Erfolg und somit natürlich auch für eine große Akzeptanz der Maßnahme in der Bevölkerung.

 

Allerdings existieren kaum Erfahrungswerte zu technischen Lösungen von Rückhaltemaßnahmen. Auch bei DIN-Normen oder im DWA-Regelwerk sucht man vergebens nach Vorgaben zum Verbau an Fließgewässern im Mittelgebirge oder im Flachland.

 

Somit ist es sicher sinnvoll, sich an der DIN 19663 „Wildbachverbauung” zu orientieren.

 

Im Vortrag von Michael Eiden

von der UniWasser GmbH Kaiserslautern wurden

 

  • die Ringnetzsperre aus Stahlnetzen mit Basisabfluss
  • ein V-förmiger Rechen und
  • der Einbau eines „Gleichrichters” (1 Pfahl vor einem Einlaufbauwerk zur Lenkung des Treibguts)

vorgestellt.

 

Bei den Vorträgen wurde immer wieder auf die Wichtigkeit hingewiesen, die Funktionsfähigkeit der Maßnahmen durch gezielte Unterhaltungsmaßnahmen zu erhalten und die Bevölkerung in die wichtigen Vorgänge mit einzubeziehen.