Kommentar Juli

Reißt das Fenster auf!

30. Juni 2021

In einer Baubesprechung haben wir uns die Köpfe wahrlich heiß geredet.

 

Die Themen schienen sich immer mehr zu vertiefen und aufzuweiten.

 

Als ein unbeteiligter Dritter in den Besprechungsraum kam, sagte er uns:

 

„Reißt doch mal das Fenster auf! Hier ist aber eine schlechte Luft!“

 

Was von dem Kollegen ernsthaft gemeint war und als eine dringliche Empfehlung zum Luftaustausch zu verstehen war, hat bei mir ein ganz anderes Bild erzeugt:

Wir müssen auch die Projektfenster aufreißen und einfach einmal anders denken und anders an die Sache herangehen.

 

Die Diskussion eskalierte und entfernte sich immer mehr von irgendeinem Lösungskorridor.

 

Wir haben dann eine Pause gemacht, die Fenster wirklich geöffnet und wir haben über meine Beobachtung mit dem Öffnen des Projektfensters gesprochen.

 

Es tat sich was: Die Teilnehmer beschrieben die Situation sehr ähnlich.

Weil wir vorher schon besprochen hatten, auf jegliche Macht- und Schauspiele zu verzichten und auf keinen Fall in eine Schuld- und Recht-Diskussion eintreten zu wollen, war der neue Gedanke gut.

 

Das sollten wir machen: Die Projektfenster aufreißen und das ganze Thema nochmal aus einer anderen Perspektive betrachten und bewerten.

 

Wir haben uns vertagt und in einem neuen Termin einen komplett anderen Lösungsansatz aufgebaut.

 

Der war zielführend! Wir haben viel gelernt für weitere Projekte und die Beziehung der Akteure hat sich deutlich positiv weiterentwickelt.

Bei vielen technischen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Themen finde ich es dringend notwendig, die Fenster aufzureißen.

 

Ich möchte jetzt gar nicht die Themenfelder alle aufzählen. Im Bereich der Infrastruktur, der Energiewende, des Klimaschutzes oder der Arbeit der Zukunft.

 

Die hoch emotionalisierte Luft muss raus! Nur dann können Lösungen gefunden werden.

 

Reißen wir mutig immer mehr Fenster auf und lüften unsere Diskussionen mal gründlich durch!

 

Ihr
Markus Becker

 

 
 
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