Kommentar November

Kulturarbeit

02. November 2022

Kulturarbeit kenne ich aus meiner Baumschulgärtnerlehre Mitte der 80er Jahre.

 

Wir haben dort vom Sämling über den Steckling sowie den Heister Bäume in den unterschiedlichen Qualitäten (einmal verschult; zwei- oder mehrfach verschult) bis zum Solitär kultiviert.

 

Die Gartenbaukultur hat eine alte Tradition und in der „Produktentwicklung“ einen sehr langen Atem.

 

Der Gründer der Baumschule, in der ich gelernt habe, hat Bäume nach dem 2. Weltkrieg kultiviert,

die später als Solitäre Olympiastätten und Fernsehanstalten geschmückt haben.

 

Aufgrund der vielen „Umschulungen“ waren die Bäume stark genug, auch an einem neuen Standort wieder anzuwachsen.

 

Ich bewundere immer noch die Kulturarbeit, die hier sicher und immer mit geübtem Umgang mit Veränderungen geleistet wurde.

 

Diese Kulturarbeit vermisse ich zurzeit im öffentlichen Bauen insgesamt.

  • Es fehlt an der Vertrauenskultur unter Bauherren, Planern und Baufirmen.
  • Es fehlt mir am „langen Atem“ im kontinuierlichen Verbessern.
  • Es fehlt mir die Vermittlung, dass die einzelnen Schritte in der Planung notwendig sind und die Bedarfsermittlung und die anschließende Planung ihre Zeit brauchen!
  • Es fehlt mir, dass Fachleuten vertraut wird, die bereit sind, in die Verantwortung zu gehen, aber auch das Vertrauen ihrer Bauherren brauchen.

Die immer wieder eingeforderten Innovationen brauchen diese Vertrauenskultur.

 

Ich will morgen wieder in die Kulturarbeit bei meinen Infrastrukturprojekten gehen und bitte um Ihre Unterstützung in dieser Zukunftsarbeit!

 

Ihr
Markus Becker

 

 
 
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