Kommentar August

Wertschöpfung durch Wertschätzung

01. August 2018

In einem Interview mit einem Pater des Klosters Münsterschwarzach wurde thematisiert, welcher Führungsstil der richtige sei.

 

Der eine, welcher lediglich auf Zahlen und Fakten abzielt, oder derjenige, welcher sich auf die Menschen orientiert, die ein Unternehmen zu dem machen, was es ist.

 

Ich habe beides erlebt. Ich war in einem Unternehmen tätig, welches sich ausschließlich auf die Ergebnisse am Quartalsende konzentrierte, die eigene Mitarbeiter und deren Belange dadurch aber leider aus den Augen verlor.

Versprechungen wurden immer wieder verkündet, jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht eingehalten, Mehrarbeit, Überstunden und Überlastung weder gesehen noch wertgeschätzt. Die Folge: unzufriedene Mitarbeiter, die das Vertrauen in ihre Führungskräfte verloren haben und eine ziemlich hohe Fluktuationsrate.

 

Der Kontrast: die Berthold Becker GmbH. Ein Familienunternehmen, welches schon sehr früh erkannt hat, dass die eigenen Mitarbeiter das höchste Gut eines Unternehmens sind und jeder mit seinen individuellen Bedürfnissen gesehen und gehört werden sollte.

Der Leitsatz, welcher teils schon als „Mantra“ durch das Büro klingt, ist „Wertschätzung, Freude, Dranbleiben“, und hier liegt so viel Wahrheit drin. Wer Freude in einem Menschen und an dessen Arbeit weckt und Wertschätzung gegenüber jedem Mitarbeiter und dessen Tätigkeit zeigt, der erreicht viel mehr als die Führungskräfte, die ausschließlich gewinnorientiert agieren.

 

Menschen, deren Arbeit geschätzt wird und die Freude daran haben, identifizieren sich mit ihren Aufgaben sowie mit ihrem Unternehmen, wachsen daran und arbeiten effektiver. Wertschöpfung durch Wertschätzung eben!

Selbstverständlich verlieren die Unternehmen, die sich eher auf den zweiten Führungsstil einlassen, die Zahlen nicht aus den Augen. Wer die Menschen aber außer Acht lässt, schadet langfristig nicht nur dem Menschen selber, sondern auch dem eigenen Unternehmen. Zu dieser Schlussfolgerung kam im Übrigen auch Pater Anselm des Klosters Münsterschwarzach.

 

Überlegen Sie doch einmal, wie Sie geführt werden möchten!

 

Ich habe mich für „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ entschieden.

 

Ihre
Lorraine Bergmann

 
 
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